Was ist beim Kauf von Vibrationsplatten zu beachten?

Die Preisunterschiede bei Vibrationsplatten sind enorm. Gute Geräte für Einsteiger gibt es bereits für wenige Hundert Euro, wobei professionelle Vibrationsplatten mehrere Tausend Euro kosten können. Hier erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf des Vibrationsgerätes besonders achten sollten und worin die größten Unterschiede bestehen.

  1. Vibrationsplatte mit oder ohne Säule
  2. Motorleistung der Vibrationsplatte
  3. Art der erzeugten Vibrationsbewegung
  4. Gewicht und Stand der Vibrationsplatte
  5. Geräusch- und Vibrationsdämpfung
  6. Material der Vibrationsplatte und Schwingmetalle
  7. Einstellungsmöglichkeiten und Steuerung
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Vibrationsplatte ohne Säule von Skandika (Angebot von Amazon)

1. Vibrationsplatte mit oder ohne Säule

Das ist die erste Frage, die Sie sich selbst beantworten müssen. Wollen Sie ein kompaktes Standgerät mit Säule oder eine günstigere Vibrationsplatte ohne Säule? Die Vorteile der kleinen Vibrationsplatten liegen beim niedrigeren Preis und der kompakten Größe, die es Ihnen erlaubt, die Vibrationsplatte nach dem Training unter dem Bett zu verstauen.

Die Vibrationsplatten mit Säulen haben in der Regel einen stärkeren Motor, sind deutlich standfester, schwerer und erlauben eine größere Übungsvielfalt als die kleinen Vibrationsplatten. Für Einsteiger und Wohnungen mit Platzmangel sind die Vibrationsplatten ohne Säule durchaus empfehlenswert. Für Fortgeschrittene bieten die Vibrationsplatten mit Säulen ein deutlich besseres Erlebnis beim Vibrationstraining.

2. Motorleistung der Vibrationsplatte

Der Motor der Vibrationsplatte bestimmt nicht nur die Stärke der Vibrationen, sondern auch deren Qualität. Die besseren Vibrationsplatten besitzen einen Wechselstrom-Motor (AC), der eigens für die Verwendung in Vibrationsplatten hergestellt wurde.

Die Leistungsstärke in Watt ist für die Qualität der Vibrationen weniger entscheidend als die Ansteuerung (siehe nächster Punkt). Um ein Training mit effektiven Vibrationen zu garantieren, reicht ein 200 Watt Motor vollkommen aus. Ein zusätzlicher Vorteil der AC-Motoren ist der leisere Betrieb der Vibrationsplatte und damit weniger genervte Nachbarn.

3. Art der erzeugten Vibrationsbewegung

Bei den erzeugten Vibrationen wird zwischen 3 verschiedenen Arten unterschieden. Vibrationsplatten können vertikale, triaxiale (3d-Vibrationen) oder seitenalternierende (oszillierende) Vibrationen erzeugen.

Vertikale Vibrationen bewegen sich starr von unten nach oben und beanspruchen Muskelgruppen entlang der Querachse des Körpers. Die Stimulation der transversalen Achse des Körpers trainieren nur Muskeln, die für die Bewegung um die eigene Längsachse benötigt werden.

Triaxiale oder 3D-Vibrationen bewegen sich zusätzlich zu den vertikalen Vibrationen auch in der Horizontale. Dadurch werden auch Muskelkontraktionen für die Bewegungen ausgelöst, die in der Frontalebene und für seitliche Bewegungen eingesetzt werden. Durch die Stimulation aller drei Ebenen ist der Trainingseffekt deutlich höher als bei den vertikalen Vibrationen.

Seitenalternierende oder oszillierende Vibrationen werden auch als Wipp-System bezeichnet, da die erzeugten Vibrationen eher als Wippen und weniger als Vibrieren empfunden werden. Die Vibrationen sind nicht starr, sondern passen sich den Bewegungen des Nutzers an, wodurch ein natürlicher Trainingseffekt gegeben ist.

4. Gewicht und Stand der Vibrationsplatte

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Vibrationsplatte mit Säule von POWRX® (Angebot von Amazon)

Aufgrund der starken Vibrationen müssen die Platten einen sicheren Stand haben, damit sie beim Training nicht durch das Wohnzimmer  wandern. Im Grunde kann die Standfestigkeit einer Vibrationsplatte von ihrem Eigengewicht abgeleitet werden. Je schwerer ein Gerät ist, desto robuster ist das Material und damit der Stand (und desto höher ist meist der Preis)

Besonders Standgeräte mit Säule sollten ein Gewicht von mindestens 50 kg haben, da bei vielen Übungen das Eigengewicht des Trainierenden gehalten werden muss. Die meisten Vibrationsplatten mit Säule sind für ein maximales Benutzergewicht von mindestens 150 kg ausgelegt. Kleine Vibrationsplatten ohne Säule wiegen meist unter 40 kg und haben den Vorteil, dass sie sich leichter bewegen lassen.

5. Geräusch- und Vibrationsdämpfung

Wie bereits angesprochen, ist der Motor für die Lautstärke des Gerätes entscheidend. Ein AC-Wechselstrom-Motor ist besonders für Anwender in Mietwohnungen zu empfehlen. Neben der Lautstärke ist auch die Dämpfung der Vibration entscheidend, um zu verhindern, dass beim Training die ganze Schrankwand wackelt.

Einige Hersteller haben eigene Systeme entwickelt, die zur Schwingungsdämpfung von Vibrationen beitragen sollen, z.B. die Verwendung von Ring-Elastomeren durch Skandika oder die Dual Power Suspension Technologie von POWRX. Wenn Sie das Vibrationstraining in einer Mietwohnung mit weichem Boden durchführen, dann können Vibrationsdämpfmatten sehr hilfreich sein.

6. Material der Vibrationsplatte und Schwingmetalle

Hochwertige Vibrationsplatten aus Fieberglas, Metall oder Stahl haben nicht nur eine längere Lebensdauer, sondern tragen zur Vibrationsdämpfung bei. Besonders das Material der Schwingmetalle ist von großer Bedeutung, da diese die Vibration gezielt auf die entsprechenden Muskelgruppen leiten sollen.

Bei Vibrationsplatten mit minderer Qualität kann es sein, dass ein Großteil der erzeugten Vibrationen auf den Boden übertragen wird und damit nicht nur den gewünschten Effekt verfehlt, sondern auch den Geräuschpegel beim Training deutlich erhöht.

Steuerung der Vibrationsplatte mit Fernbedienung

Steuerung der Vibrationsplatte mit Fernbedienung (Hier: Skandika Home 500)

7. Einstellungsmöglichkeiten und Steuerung

Die meisten Vibrationsplatten ohne Säule verfügen über eine Fernbedienung zur Steuerung des Trainings. Dies ist absolut notwendig um Geschwindigkeiten und Trainingsprogramme zu wechseln, ohne sich jedes mal bücken zu müssen.

Bei Standgeräten befindet sich das Display mit Steuerungspult am oberen Ende der Säule. Besonders für Übungen am Boden ist ein zweites Display weiter unten an der Säule von großem Vorteil, um während einer Übung bequem Einstellungen vornehmen zu können.

Die Einstellungsmöglichkeiten variieren zwischen den angebotenen Vibrationsplatten. Viele haben bereits vorprogrammierte Trainingsprogramme, die besonders für Einsteiger sehr praktisch sind. Bei manuellen Programmen sollte zumindest die Frequenzeinstellung (Geschwindigkeit) und die Amplitude (Schwingungsbewegung) in angemessen Schritten einstellbar sein, um den gewünschten Trainingseffekt zu bekommen.